Therapie der ersten Wahl vor einer Operation
Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL)
bei Sialolithiasis (Speichelsteinzertrümmerung)
Speichelsteinzertrümmerung
ohne OP
speichelstein.com
Die AWMF-Leitlinie 017/025
hat die ESWL als Therapie der ersten
Wahl vor einer Operation genannt.
Sehr geehrte Patientin,
sehr geehrter Patient,
Bis vor wenigen Jahren mussten 70-80 Prozent aller Patienten bei der Diagnose „Speichelstein“ operiert werden. Die betroffene Speicheldrüse
wurde dabei komplett entfernt.
Die Speichelsteinlithotripsie ist für den Arzt ein modernes Therapieverfahren,
das sich seit Anfang der 90er-Jahre stets weiterentwickelt hat. Heute steht eine moderne Hightechmedizintechnik für die Speichelsteintherapie
zur Verfügung. Dabei gelingt die Steindesintegration organ- und drüsenfunktionserhaltend, nebenwirkungsarm und ohne Narkose so vollständig, dass die Steinbruchstücke i. d. R. als sandartiges
Material über den medikamentös angeregten Speichelfluss natürlich
ausgeschieden werden. Unter Beachtung der Indikation zeigen sich hier eindrucksvolle Behandlungsergebnisse – auch bei Kindern.
Speichelsteine treten in den grossen paarigen
Kopfspeicheldrüsen
• Glandula parotis (Ohrspeicheldrüse),
• Glandula submandibularis (Unterkieferspeicheldrüse) und
• Glandula sublingualis (Unterzungenspeicheldrüse)
sowie in deren Ausführungsgängen
mit einer Häufigkeit von 1,2 % in der Bevölkerung Deutschlands auf,
wobei nur ca. 10 % der Steine Beschwerden verursachen und damit
behandlungsbedürftig werden.
Die Verteilung auf die einzelnen Drüsen ergibt
sich folgendermassen:
• ca. 83 % in der Unterkieferspeicheldrüse und dem Wharton’schen Gang
• ca. 10 % in der Ohrspeicheldrüse und dem Stenon’schen Gang
• ca. 7 % in der Unterzungenspeicheldrüse
Die grossen paarig angeordneten Speicheldrüsen
produzieren den überwiegenden Teil des täglich benötigten Speichels.
Unser Speichel ist eine komplex zusammengesetzte Flüssigkeit und besteht zu ~ 99,5 % aus Wasser mit einem von der Menge (Fliessrate)
abhängigen durchschnittlichen pH-Wert von 6,7 (Schwankung zwischen 6,2 und 7,6). Nach Hochrechnungen werden im Laufe eines Lebens etwa 25.000 Liter Speichel produziert.
Durch einen Speichelstein ist der Abfluss des Speichels beeinträchtigt, was in der Folge zu chronischen Veränderungen der gesamten Drüse führen kann. Medikamentöse Behandlungen, die das Auflösen oder das Ausscheiden des Steines fördern, sind nicht möglich.
Durch Stosswellen werden kleine Teile von der Steinoberfläche
abgetragen.
Der durch die applizierten Stosswellen in Bruchstücke zerkleinerte Speichelstein wird in der Regel innerhalb der nächsten Tage über den natürlichen Ausführungsgang der Drüse ausgespült.
Dieser Ausscheidungsvorgang sollte durch Speichelanreger und Drüsenmassagen
unterstützt werden. Im Gegensatz zur chirurgischen Vorgehensweise
ist die Steinzertrümmerung organerhaltend und erlaubt eine vollständige Regeneration der Drüsenfunktion.
Die beim chirurgischen Eingriff auftretenden Risiken, z. B. die mögliche Verletzung des Gesichtsnervs und damit die Gefahr einer einseitigen Gesichtslähmung, werden vermieden.
Speichelsteinstosswellenbehandlung
1. Die Stosswellenlithotripsie (ESWL) erfolgt ambulant in der Praxis oder Klinik und
erfordert in der Regel keine Lokalanästhesie.
2. Die Stosswellenapplikation erfolgt von aussen durch die Haut und ist eine konservative
Behandlung.
3. Die Behandlung kann im Sitzen oder liegend erfolgen.
4. Der Speichelstein wird sonografisch lokalisiert (geortet) und unter Ultraschallkontrolle
präzise in den Stosswellefokus eingestellt.
5. Die Steindarstellung mittels Ultraschall verlangt Erfahrung und Geduld.
6. Nach Steinlokalisierung kann die Stosswellenapplikation mit zunächst geringer
Intensität angegangen werden.
7. Unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle und zunehmender Intensität wird bis zur
erforderlichen Stosswellenanzahl behandelt.
8. Es sind 2‘000 bis circa 4‘000 Stosswellenimpulse zur Zertrümmerung des Steines not
wendig.
9. Insgesamt sind, abgesehen von wenigen Ausnahmen, bis zu drei Sitzungen im Abstand
von 4 bis 12 Wochen sinnvoll.
10. Die Behandlungszeit liegt je nach Steinlage zwischen 45 und 90 Minuten
Welche Nebenwirkungen und Beschwerden
können auftreten?
Während der Behandlung:
• Die Stosswellenbehandlung kann schmerzhaft sein, insbesondere
dann, wenn eine Drüsenentzündung noch nicht vollständig abgeheilt ist. Sie können jedoch jederzeit eine Behandlungsunterbrechung signalisieren
• Schmerzen an den Zähnen und den Zahnwurzeln während der
Behandlung sind in einigen Fällen zu beobachten; hier kann eine leicht veränderte Einstellung des Therapiekopfes für eine Linderung sorgen
• Hustenreize sind häufiger zu beobachten
Unmittelbar nach der Behandlung:
• Eine leichte Schwellung der betroffenen Drüse nach der Stoss-
wellenbehandlung kann auftreten.
• In wenigen Fällen sind hautoberflächliche Blutungen zu beobachten,
die jedoch unmittelbar nach Behandlungsende zum Stillstand kommen. Ebenso kann der austretende Speichel leicht blutunterlaufen sein
Ziel ist es den Speichelstein in einzelne Bruchstücke zu zerkleinern, so dass die Steinfragmente über den wieder hergestellten Speichelabfuss natürlich ausgeschwemmt werden. Es kann vorkommen, dass grössere Steinfragmente
(Bruchstücke) den Abfluss erneut verschliessen. In diesem Fall ist:
1. zwingend der behandelnde Arzt zu konsultieren, um einer
Drüsenentzündung vorzubeugen.
2. an ein vorsichtiges Ausmassieren der Drüse zu denken,
3. die Stosswellensteinzertrümmerung (besonders bei grossen
Steinbruchstücken) bis zur 3 Behandlung fortzusetzen oder eine Weitung des Ganges in Erwägung zu ziehen. Je nach Lage des Steinstückes kann auch eine Gangschlitzung erforderlich sein. Vorbeugend kann auch die Gabe von Antibiosemedikamenten notwendig werden.
Speicheldrüsenentzündungen ausgelöst durch die Speichelsteinlithotripsie
sind sehr selten
Patientenanweisung
• Forcierten Speichelfluss herstellen durch Aufnahme
zu sätzlicher Flüssigkeit
(2 bis 3 Liter Mineralwasser zusätzlich am Tag)
• Regelmässiges vorsichtiges Ausmassieren der betroffenen Drüse
• Gehäuftes Kaugummikauen
• Lutschen von sauren Drops
Nachkontrollen
Neben der Beschwerdefreiheit ist die Steinfreiheit das Ziel der Behandlung. Der steinfreie Behandlungserfolg kann oftmals mit der 3. Behandlung sonografisch festgestellt werden. Im Zweifelsfall kann der Erfolg röntgenologisch erbracht werden. Invasive Verfahren
wie die Sialografie oder gar die Szintigrafie sind im Routineeinsatz
nicht angezeigt. Drei Monate nach der letzten Therapiesitzung wird eine klinische Abschlussuntersuchung, ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung, durchgeführt.
kostenübernahme Antragstellung
1. Ihr Speichelstein wurde durch einen Facharzt sicher nachgewiesen.
2. Sie wurden über die Speichelsteinbehandlung vom Facharzt ausführlich informiert.
4. Ihr behandelnder Arzt stellt Ihnen vor dem Behandlungstermin ein ärztliches Attest aus.
5. Sie erhalten zum Attest einen schriftlichen Kostenübernahmenantrag.
Wir empfehlen Ihnen, diesen mit zu unterschreiben.
6. Sie reichen diesen Kostenübernahmeantrag bei Ihrer Kranklenkasse ein, unabhängig
davon, ob Sie privat oder gesetzlich krankenversichert sind. Vorteilhaft ist die persön-
liche Einreichung direkt an Ihren Sachbearbeiter.
Es gilt jetzt, den Entscheid Ihrer Krankenkasse abzuwarten.
Was, wenn die Krankenversicherung die Behandlungskosten nicht übernimmt?
• Das sind eher die seltenen, aber möglichen Fälle. Für diesen negativen Fall unterstützen
wir Ihren behandelnden Arzt mit Argumentationshilfen. Das heisst, wir sollten in Widerspruch
gehen. Zum Widerspruch legen wir wissenschaftlich anerkannte Studien und die AWMF-Leitlinien (Handlungsanweisungen) vor, worin die ESWL ganz klar die Therapie der ersten Wahl vor einer Operation ist.
Kann ich vor Kostenübernahmebewilligung therapiert werden?
• Ja
• Die Punkte 1.–6. sind eingeleitet
• Für eine Behandlung ohne Kostenzusage seitens Ihrer Krankenkasse muss Ihr
behandelnder Arzt eine schriftliche Honorarvereinbarung mit Ihnen vereinbaren
Patienteninformation zum Kostenüber-
nahmeantrag für die Behandlung des
Speichelsteinleidens
Sie haben sich mit Ihrem behandelnden Arzt für die Therapie der
1. Wahl vor Operation entschieden.
Die ambulante, nicht - invasive, organerhaltende Stosswellensteinzertrümmerung
(Stosswellenlithotripsie) ist nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Kassenleistungen.
Wir dürfen dennoch im Ausnahmefall um Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse anfragen, weil die extrakorporal induzierte Stosswellensteinzertümmerung
(Stosswellenlithotripsie) von Speichelsteinen eine Behandlungsmethode ist, die als vertragsärztliche Leistung zu Lasten der Krankenkassen erbracht werden darf.
In Folge empfehlen wir Ihnen vor Behandlungsbeginn die Kostenübernahme
der Behandlungskosten zu beantragen und genehmigen zu lassen.
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Berechnung der Behandlungskosten für die Speichelsteinlithotripsie
Speichelsteinlithotripsie-Zentren in Deutschland wenden bundeseinheitlich
gleiche Liquidierungsmodalitäten an, die von den örtlichen Krankenkassen vorgegeben wurden. Damit konnte die Behandlungskostenerstattung
für gesetzlich und privat versicherte Patienten überwiegend erreicht werden.
Die Vorgabe der örtlichen Krankenkassen ist die GOÄ-Ziffer 1860. Der erhöhte Behandlungsaufwand wird mit dem 2,3- bis 3,5-fachen Satz in Ansatz gebracht.
Diesem Abrechnungsverfahren haben sich bundesweit bisher mehr als 200 örtliche und regionale Krankenkassen angeschlossen. Grundsätzlich
werden zunächst maximal drei Behandlungssitzungen durchgeführt. Nur nach einer neuerlichen Begutachtung werden bei zwingendem Bedarf maximal zwei weitere Behandlungen berechnet. Dies bedeutet, dass eine vollständige Kostentransparenz besteht und ein maximaler Höchstbetrag pro Behandlung fix ist.
Sehr geehrte Patientin,
sehr geehrter Patient,
wir danken für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen beste
Behandlungsergebnisse.
Kontakt:
www.speichelstein.com
www.stosswellen.com
Email: info@speichelstein.com